Antifaschistischer Protest gegen rechte Verschwörungstheoretiker formiert sich!

Heute folgten ca. 100 Antifaschist*innen dem Aufruf des DSSQ-Bündnisses, sich den rechten Verschwörungstheoretikern der neugegründeten Gruppe “Widerstand 2020 Duisburg” in den Weg zu stellen.

Die Rechten konnten ca. 150 Personen, unter anderem außerhalb aus Duisburg zu ihrer Kundgebung mobilisieren. Unter ihnen waren viele bekannte Gesichter des örtlichen Pegida- und Nazi-Spektrums. Sie scheinen aber auch zahlreiche Menschen mit ihren kruden Thesen ansprechen zu können, die nicht in das klassische Bild vom Neonazi passen. So trafen sich dort Menschen, die schon vor der Coronakrise wirre Ideen im Kopf hatten, mit denjenigen, die durch den Umgang der staatlichen Behörden mit der Coronapandemie verunsichert sind, sich eingeschränkt und bevormundet fühlen, mit organisierten Rechten aus AfD und anderen Nazi-Strukturen.

Wir als DSSQ-Bündnis sind schockiert von dieser Entwicklung und rufen alle Antifaschist*innen auf, sich dem entgegenzusetzen. Es handelt sich nicht um ein kleines isoliertes Problem in Duisburg. In Düsseldorf hatten sich heute 300 Corona-Leugner getroffen, während der Gegenprotest gerade einmal 15 Antifaschist*innen umfasste. In Stuttgart sind sogar 5.000 Menschen den Verschwörungstheoretikern gefolgt. In vielen anderen Städten kam es ebenfalls zu rechten Aufmärschen. Hier wird klar, wie wichtig ein gemeinsamer organisierter Widerstand aller antifaschistischen Kräfte ist.

Überrascht sind wir von dieser Entwicklung nicht. Seit langem sind rechte Strukturen auf dem Vormarsch, während Linke fast ausschließlich mit Abwehrkämpfen beschäftigt sind. Den sogenannten Hygienedemos wird enorm viel Raum in der bürgerlichen Presse gegeben und so mancher Bürger fragt sich, ob alle Einschränkungen, die staatlicherseits in den letzten zwei Monaten getroffen wurden, auch so richtig waren. Hier versuchen die organisierten Rechten anzuknüpfen.

Wie sich “Widerstand 2020 Duisburg” entwickelt, kann natürlich keiner sagen. Vielleicht zerfällt die Bewegung schon bald an den inneren Widersprüchen – wie man mit Nazis in den eigenen Reihen umzugehen hat, scheint dort heiß diskutiert zu werden. Als Antifaschist*innen dürfen wir uns aber nicht darauf verlassen, dass das Problem sich von alleine löst, das zeigt nicht nur die deutsche Geschichte.

Noch am 25. April hatte Marcel Wojnarowicz alias Wojna von der Band “Die Bandbreite” alleine vor dem Duisburger Theater gestanden und wirre Theorien über Corona versucht zu verbreiten. Am letzten Montag, den 11. Mai, konnten Antifaschist*innen ein Treffen derjenigen dort beobachten, die auch für heute aufgerufen hatten. Da waren schon 30 Personen anwesend, die zur Hälfte aus bekannten Rechten bestand. Heute waren es wiederum bereits 150 Personen vor dem Stadttheater.

Für den kommenden Montag wurde von den Corona-Leugnern bereits eine weitere Kundgebung für 19 Uhr angekündigt. Wir sind als Duisburger Antifaschist*innen seit Jahren immer auf der Straße gewesen, wenn Rassisten und Neofaschisten ihr Unwesen in unserer Stadt trieben. Wir haben mit Transparenten, inhaltlichen Beiträgen, Lärm und Blockaden immer alles gegeben, wenn es gegen das braune Dreckspack ging. Zur Zeit der Kundgebungen des Duisburger Pegida-Ablegers sind wir mit viel Ausdauer jeden Montag lautstark den Rassisten und Neofaschisten auf dem Bahnhofsvorplatz entgegengezogen. Wenn jetzt wieder organisierte Rechte, sowie Menschen, die kein Problem haben mit diesen zusammen zu arbeiten, sich in Duisburg breitmachen wollen, zeigen wir denen selbstverstandlich eine klare Kante!

Das DSSQ-Bündnis ruft daher für den kommenden Montag, den 18. Mai, um 19 Uhr, zum antifaschistischen Protest vor dem Amtsgericht auf dem König-Heinrich-Platz auf. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.